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Eingewöhnung

Setzt man die Meerschweinchen in ihren neuen Käfig ein, sollte man in der
ersten Woche darauf verzichten, ihnen ein Häuschen zu geben.
Ich persönlich finde die Weidenbrücken generell besser. Sie haben das Gefühl sich zurückziehen zu können und der zweite Nebeneffekt ist, dass das lange Fell bei den Langhaarmeerschweinchen nicht so beschädigt werden kann.
Einige geben Heu auf den Boden als Rückzugsmöglichkeit. Aber die Heuraufe sollte dann natürlich trotzdem gut gefüllt sein, damit sie nicht das Heu vom Käfigboden fressen und evtl. durch Verschmutzung sich Krankheiten zuziehen.
Die Meerschweinchen gewöhnen sich erst einmal ohne Häuschen schneller an den Menschen und ihrer Umgebung. Erst dann beginnt man durch füttern aus der Hand ihr Vertrauen zu gewinnen. Ich nehme die "neuen" Mitbewohner ein paar Tage nicht heraus bzw. nur zum Säubern des Käfigs.
Sie haben sich in der Zwischenzeit an den Geruch und den Klang meiner Stimme
gewöhnt und erschrecken sich daher nicht mehr so sehr.
Unter den Meerschweinchen gibt es auch von Anfang an sehr zutrauliche Gesellen, die dann auch schon früher herausgenommen werden können!
Hat man schon ein oder mehrere Meeris und möchte ein neu hinzugekauftes vergesellschaften, sollte man dieses - zusammen mit den anderen - zum beschnüffeln, an einen ihnen neutralen Ort setzen. Dort haben sie die Möglichkeit Freundschaft zu schließen. Sofern sie sich beruhigt haben, setze ich sie gemeinsam in den frisch gereinigten Käfig.
Vorher wäre wünschenswert, das neue Meeri mit der Einstreu aus dem Käfig etwas einzureiben, damit der Geruch für die anderen vertraut wirkt.

Böckchenhaltung

Leider kursiert das Gerücht, dass Böckchen streng riechen.
Dies ist bei einer reinen Böckchenhaltung ein fataler Irrtum.
Sofern sie keine Mädchen wittern, wird die Funktion der Drüse vermindert angeregt.
Sie spritzen auch nicht mit Urin um zu markieren, wie es häufigbei Kaninchen zu beobachten ist.
Die Meeri-Mädchen setzen es zur Abwehr der Böcke ein,sofern sie nicht brünstig sind.
Die Böckchen haben ein ausgeglichenes und schmusiges Wesen.
Meine Liebe zu den Meerschweinchen begann mit einem Böckchenpaar.
Das eine Böckchen war 5 Wochen alt und das andere schon 12 Wochen alt.
Der jüngere von beiden hatte sich immer untergeordnet.
Daher auch mein Ratschlag: Man sollte darauf achten, zwei unterschiedlich alte Tiere zu vergesellschaften. Bei zwei gleichaltrigen gibt es meistens in der Pubertät Schwierigkeiten, sofern keines von beiden in ihrer Dominanz nachgibt.
Sofern ein älteres Böckchen durch den Todesfall seines Kumpels einen neuen Käfigmitbewohner erhält, sollte beim Kauf des neuen Tieres darauf geachtet werden, dass es noch nicht geschlechtsreif ist, d. h. nicht älter als ca. 6-7 Wochen.
Ausnahmen bestätigen die Regel!
Sie sollten auch genügend Platz in ihrem Käfig haben, um sich
zurückziehen zu können.
Bei der Benutzung von Häuschen sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass zwei Öffnungen vorhanden sind, damit das rangniedrige Tier flüchten kann. Dies gilt natürlich auch bei den Mädchen.

Die Meerschweinchen und deren Verhalten

Die Heimat der Meerschweinchen ist Südamerika.
Wildmeerschweinchen, die Kolumbus in Amerika entdeckte, findet man heute noch in Hochlagen über 1500 bis 4000 Meter in regenarmen Hochsavannen und Buschwäldern. Hier betragen die durchschnittlichen Tagestemperaturen ca. 15 bis 25 Grad. In sehr kalten Nächten wärmen sich die Gruppenmitglieder, die aus ca. 20-30 Tieren bestehen, indem sie sich in ihren Behausungen eng aneinander drängen. Natürliche Gänge, Winkel und Höhlen dienen ihnen als Schlafplätze.
Die Wildmeerschweinchen zeigen von Natur aus ein ausgesprochenes Fluchtverhalten, welches bei den heutigen Hausmeerschweinchen immer noch anzutreffen ist. Unsere Meeris zeigen kein ausgeprägtes Aggressionsverhalten und daher sind sie bei Kindern sehr beliebt. Manche Schweinchen sind leider sehr schreckhaft, daher unbedingt darauf achten, vermeiden sie, sich mit heftigen Bewegungen zu nähern und sprechen schon die Tiere von weiten mit ruhiger Stimme an. Sie mögen auch keine laute Musik oder ständige Fernsehberieselung.
Meerschweinchen erfreuen ihre menschlichen Hausgenossen während des ganzen Tages mit ihrer bezaubernden Art. Sie brauchen viel Zuwendung und Beschäftigung. Je mehr man sich mit ihnen befasst, umso zutraulicher können sie werden. Sie lieben es, am Kinn gekrault zu werden. Meine beiden Coronets dagegen auf ihren Krönchen, sie schließen die Äuglein voller Genuss. Außerdem sollten sie auch häufig Gelegenheit zum freien Herumlaufen in der Wohnung oder in einem geeigneten Freigehege bekommen.
Sofern die Meeris in der Wohnung frei herumlaufen dürfen, ist zu berücksichtigen, dass sie ihre Zähne gerne an Möbeln, Teppichen, Büchern, Zeitschriften, Elektrokabeln, Tapeten ausprobieren.
Ganz besondere VORSICHT gilt bei den Grünpflanzen. Die meisten sind nicht bekömmlich oder sogar hochgiftig für die Nager.
Ebenso unbedingt zu beachten wäre, dass das Tier vor Zugluft geschützt wird. Sie können sich leicht erkälten.
Meerschweinchen sind sehr gesellige Tiere, sie fühlen sich am wohlsten, wenn sie mit mehreren Artgenossen zusammenleben. Je größer die Gruppe, umso mehr lernt man ihre Harmonie und die Kommunikation untereinander. Wenn man es ermöglichen kann, sollte die Gruppe aus einem kastrierten Bock und zwei bis drei Mädchen bestehen.
Eine wichtige Voraussetzung für das Wohlergehen, den äußerst aktiven Meerschweinchen genügend Platz, Schlafgelegenheit in Form von einem Häuschen - mit mehreren Ausgängen - oder andere Versteckmöglichkeiten, anzubieten. Die meisten meiner Meerschweinchen liegen gerne etwas erhöht, damit sie von oben die Umgebung beobachten können.

Meerschweinchen-Rassen

Der Käufer hat die Qual der Wahl. Es gibt unheimlich viele verschiedene Rassemeerschweinchen und es werden immer mehr.
Die für Deutschland bekanntesten Rassen werde ich aufzählen, aber nicht im einzelnen mit Foto präsentieren. Ich bin der Meinung, nur durch ein einziges Foto kann man daher eine Rasse nicht vollends zur Geltung bringen (auch durch die Vielzahl der Farbkombinationen).
Bitte informieren sie sich bei den entsprechenden Hobbyzüchtern.
Man würde keinem Tier wirklich gerecht werden und den Käufer dadurch noch mehr in seiner Wahl verunsichern.
Deshalb nenne ich die beliebtesten Rassen!
Kurzhaar-Rassen:

Glatthaar; amerikanisches Crested (mit weißer Krone auf dem Kopf); englisches Crested (die Krone trägt die gleiche Farbe wie der Körper); Cuy (Riesenmeerschweinchen)

Die Rassen mit etwas längerem Fell:

US-Teddy; Rex; Schweizer Teddy;
Rosettenschweinchen

Langhaar-Rassen:

Sheltie; Coronet (trägt eine Krone auf dem Kopf);
Peruaner ( besitzt zwei Hüftwirbel);
Angora (hat viele Wirbel am Körper)

Gelockte Langhaar-Rassen:

Texel; Alpaka (mit zwei Hüftwirbel);
Merino (mit einer Krone auf dem Kopf);
Mohair ( hat viele Wirbel am Körper)

Zu den neuesten Rassen zählt das gelockte langhaarige Lunkarya-Meerschweinchen und das

kürzere Curly-Meerschweinchen.
Beide zu sehen auf der Homepage von Fam. Langstädtler
www.lunkarya.de

Heu und Wasser sowie Ernährung

Das Heu ist das täglich Brot für die Meerschweinchen.
Es sollte ständig in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Außerdem sollte es würzig duften und von grünlicher Farbe sein.
Niemals darf es angeschimmelt oder verstaubt gereicht werden.

Ich biete meinen Meerschweinchen das Wasser aus der Tränkeflasche an. Das Wasser bitte täglich wechseln. Neben der Wasserflasche hängt
ein Salzleckstein, den meine Meeris gerne annehmen
- er enthält Mineralien und Salze - .
 

Das Heu reicht natürlich nicht aus, um das Meerschweinchen mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien zu versorgen. Es benötigt auch frisches Gemüse und Obst sowie im Sommer Gräser.
Die Gräser aber bitte nicht an stark befahrenen Straßen pflücken, da sie voller Bleigehalt sein könnten. Vorsichtshalber auch kein nasses Gras geben, sofern sie es nicht gewohnt sind. Löwenzahn wird von meinen Meeris ganz persönlich lautschreiend angefordert. Im Winter besorge ich öfter "großen" Löwenzahn aus den türkischen Supermärkten.
 

Da das Meerschweinchen selbst kein Vitamin-C im Körper produzieren kann, sollte darauf geachtet werden, dass das angebotene Futter viel von diesem Vitamin aufweist. Je abwechslungsreicher der gedeckte Tisch für Euer Meeri ist, desto weniger kann man bei der Ernährung verkehrt machen. Meine Racker lieben ganz besonders Roma Herzen, Chicoree, Eisbergsalat, Mais (auch mit Blätter), Gurke, Sellerie, Tomaten, Möhren mit Grün, Petersilie und natürlich Löwenzahn. Außerdem erhalten sie Fenchel, Paprika, Äpfel, Melonen und vieles mehr. Sehr vorsichtig bin ich bei der Gabe von Kohlsorten, da die meisten doch sehr stark blähend wirken und manche Meeris auch mit Durchfall reagieren. Das Futter sollte weder direkt aus dem Kühlschrank noch verschimmeltes und welkes angeboten werden.
Viele Meeris lieben auch Haselnusszweige, Birkenzweige, Weidenzweige und einige Obstzweige sowie die dazugehörigen Blätter.
Mein Cremafino trägt den abgeknabberten Zweig im Mäulchen umher und spielt sozusagen damit.

Meine Meerschweinchen erhalten als Körnerfutter meistens die Pellets, gemischt, je nach Bedarf, mit getrockneten Kräuterstielen und getrocknetem Gemüse sowie zwischendurch geschälte Sonnenblumenkerne und Haferflocken -selten zufüttern: Dickmacher-.

Da die Meeris bis zu 80 mal pro Tag kleine Mahlzeiten aufnehmen, muss immer für genügend ausreichend Heu gesorgt werden, wie ich es zu Beginn dieser Rubrik schon erwähnt hatte.

Nun möchte ich noch Mal auf die Gabe von Vitamin-C kommen.
Im Winter gebe ich eine Messerspitze Vitamin-C-Pulver (erhältlich in der Apotheke) auf eine Gurkenscheibe. Sie lieben die Gurke und nehmen auch in Kauf, dass sie etwas saurer schmeckt als sonst.
Ich persönlich kann aber ganz genau beobachten, ob jeder auch seine Zusatzgabe an Vitamin-C erhalten hat. Einige Züchter geben das Pulver ins Trinkwasser. Ich habe aber leider die Erfahrung machen müssen, dass meine Meeris kein Wasser - durch die Säure - mehr tranken.

Ausdrücklich möchte ich erwähnen, das einige Meerschwein-Bücher fälschlicherweise zu einem Fasten- oder Diättag bei zu dicken Meerschweinchen raten, bitte tun sie ihrem Liebling das nicht an.
Er benötigt viele kleine Mahlzeiten täglich, um seine Verdauung anzuregen. Sollte es wirklich etwas dicker oder fauler werden, einfach das Körnerfutter ersetzen durch mehr Saftfutter.

Einige Meeri-Infoseiten informieren auch noch intensiver über die
Rubrik Ernährung. Sofern Zweifel bei der Futtergabe bestehen, einfach sich dort oder beim Züchter Rat holen.

Es gibt eine Vielzahl von Gemüse-, Obst- und Pflanzensorten die gar nicht oder nur in geringen Mengen verfüttert werden dürfen, so z.B. bei Melonen die Kerne und Schale nicht anbieten.
Bei der Tomate nicht das Grün sowie bei der Paprika den Strunk. Sehr selten den Kopfsalat und Brokkoli wegen des Nitratgehaltes. Im Sommer keinen nassen Klee reichen. Den Klee als solches nur in geringen Mengen verfüttern sowie auch div.
Kohlsorten, sie führen zu Blähungen oder Durchfall.
Rote Beete, die gern verfüttert wird, bitte bei trächtigen Weibchen mit größter Vorsicht geben. Ich habe gelesen, das die Rote Beete zu frühzeitigen Wehen führen könnte.
Bei den Obstsorten sollten sie keine Steinfrüchte erhalten.
Sämtliche Blumen, die im Garten wachsen, sind giftig oder unbekömmlich.
Ich kenne eigentlich nur die Sonnenblume, die ausnahmsweise zum futtern geeignet wäre.

Sofern ein Garten oder Balkon zur Verfügung stehen sollte,
kann man auch selber säen. Dieses Futter wäre Bio pur.
Topinambur ist eine Futterpflanze, die unproblematisch wächst und auch noch sehr gerne gefressen wird.

Zum Schluss meiner Rubrik möchte ich Euch ans Herz legen, dass lieber einmal mehr der Tierarzt oder der Züchter zu Rate gezogen werden sollte, bevor man sich entschließt, ein Futter anzubieten, welches gesundheitsschädlich sein könnte !

Außerdem möchte ich auch noch erwähnen, dass die Futterumstellung immer in kleinen Schritten erfolgen sollte.

Der Blinddarmkot

Häufig ist mir zu Ohren gekommen, dass sich Meerschweinchenkäufer, sofern sie sich vor dem Kauf nicht schon etwas mit den Eigenarten der Meerschweinchen befasst hatten, entsetzt abwandten, sobald die Meeris ihren Blinddarmkot fraßen.
Dies ist aber ein ganz natürlicher und nützlicher Vorgang.
Der Blinddarm ist das wichtigste Verdauungsorgan, in ihm wird der sogenannte Blinddarmkot gebildet. Er ist von seiner Konsistenz her weicher und schleimüberzogen sowie eiweißreicher als der normale Kot und wird direkt vom After des Meerschweinchens aufgenommen.

Er enthält Vitamine des B-Komplexes und Vitamin K.
Dieser Vorgang ist lebensnotwendig. Werden die Tiere daran gehindert, sterben sie nach etwa zwei bis drei Wochen, was durch häufige Laboruntersuchungen festgestellt wurde.
Sogar die Babys versuchen schon von der Mutter den Blinddarmkot zu entnehmen, ein reines Instinktverhalten.

Daher eine Bitte an alle Eltern, erklären sie es - vor dem Kauf - ihren Kindern.
Sie sollten ihre Meerschweinchen oder Kaninchen deshalb nicht weniger lieb haben !

Anatomische und physiologische Daten

Körpertemperatur:

Atmung:

Puls:

Blutmenge:

Zahl der Wirbel:


Zähne:

Darm:

Zwölffingerdarm:


Leer- und Hüftdarm:

Blinddarm:

Grimmdarm:

Herzgewicht:


Lebergewicht:

Gehirngewicht:


Optimale Umgebungs-
temperatur:


Luftfeuchtigkeit:

Sehvermögen:




Hörvermögen:








Geruchssinn:



Verständigung:
37,5 bis 39 Grad

100 bis 130 Züge pro Minute

300 Schläge pro Minute

ca. 6 % des Körpergewichts

7 Halswirbel, 12 Brustwirbel, 6 Lendenwirbel, 4 Kreuz-
beinwirbel,7 Schwanzwirbel.

je Kiefer 2 Schneide- und 8 Backenzähne, Eckzähne fehlen

Länge insgesamt über 2 Meter

12 cm


etwa 120 cm

15 cm

70 bis 95 cm

2,2 g bei 800 g Körpergewicht


3,9 % des Körpergewichtes

1,33 % des Körpergewichtes


20 bis 22 Grad


45 bis 60 %

gut ausgeprägt,
die Meeris haben einen relativ großes Gesichtsfeld;
einige Farben können unterschieden werden;
Verhältnis Stäbchen zu Zäpfchen 4-5:3


sehr gut ausgeprägt;
besonders helle sowie hohe Töne werden in einem Bereich
aufgenommen, der für Menschen nicht mehr erfassbar ist.
Die Schnecke des Innenohrs bei den Meeris weist 4 Win-
dungen auf (2 1/2 nur beim Menschen).
Die oberste Hörgrenze liegt bei 33000 Hz (beim Menschen
etwa 15000 bis 20000 Hz), die untere Grenze liegt etwa
bei 16 Schwingungen/ Sekunde - Menschen etwa gleich.


sehr gut ausgeprägt und dem Menschen weit überlegen;
Meeris erkennen sich untereinander und andere Lebe-
wesen an ihrem Geruch.


reichhaltige Lautäußerungen in unterschiedlichen Frequenzbereichen

 
Biologische Daten
 
Geburtsgewicht:

Körpergewicht männl.:

Körpergewicht weibl.:

Geschlechtsreife

Männliche Tiere:

Weibliche Tiere:

Zyklusdauer

Östrusdauer:

.

Nidation:

Tragzeit:

Wurfgröße:

Jungtiersterblichkeit

Säugezeit:

Absetzalter:

Hodenabstieg:

Zuchtreife weiblich

Wachstumsabschluss:

Lebenserwartung:

50 bis 140 Gramm (unter 50 g meist nicht lebensfähig)

1000 bis 1300 g (- 1800 g) je nach Rasse

800 bis 1200 Gramm

 

ca. mit 2,5 Monaten

2 Monate (27 - 134 Tage); kommt auf die Entwicklung an

Durchschnitt 16 bis 18 Tage

6 bis 11 Stunden, Ovulation 10 Stunden nach Brunstbeginn
bzw. 2-13 Stunden nach der Geburt

6 Tage nach Befruchtung

68 Tage (66 bis 74 Tage)

1 bis 6 Babys (Durchschnitt 2-3)

9,6 %

3 bis 4 Wochen

4 Wochen, bei einem Körpergewicht von ca. 250 g

ca. 6 Wochen

ca. 5 Monate oder mit einem Gewicht von etwa 700 g

ca. mit 12 Monaten bis 18 Monaten

etwa zwischen 5 bis 8 Jahren

 

Quelle: "Mehr über Meerschweinchen" von Ilse Pelz.

Pflege

Die Pflege eines Meerschweinchens ist nicht aufwendig.
Die Langhaarmeerschweinchen sollten aber mindestens einmal die Woche gebürstet werden
- mit einer Naturbürste -, da das Fell sich ansonsten statisch aufladen kann.
Die Lockenmeeris werden überhaupt nicht gebürstet, da sich die Locken auskämmen lassen.
Kleine Verknotungen zieht man erst mit den Fingern ganz sachte auseinander, damit es nicht allzu sehr ziept.
Kämme mit drehbaren Zinken sind auch empfehlenswert.
Generell sollte das Fell bei den Langhaarmeeris bodenlang gehalten werden. Sie würden sich ansonsten beim Laufen selbst behindern.
Bei den Kurzhaarrassen empfiehlt sich die Benutzung eines feuchten Tuches; und bei den
Rosettenschweinchen kann die Fellpflege wunderbar mit einer Zahnbürste durchgeführt werden.

Gebadet werden sollte das Meerschweinchen nur bei ausdrücklicher Aufforderung aus Gesundheitsgründen durch den Tierarzt. Ansonsten besteht kein Bedarf.
Die Erkältungsgefahr ist sehr groß.

Die Ohren sollten auch auf Verschmutzungen kontrolliert werden. Ggf. vorsichtig mit einem in Wasser
getränktem Q-Tip reinigen. Ebenso muss man auf die Länge der Krallen achten.
Werden die Krallen nicht regelmäßig geschnitten, können arge Verletzungen und Fehlstellungen der Füße auftreten.
Es gibt im Fachhandel praktische Krallenzangen.
Den Umgang mit der Krallenzange lässt man sich am besten vom Züchter oder vom Tierarzt zeigen.

Die Duftdrüse beim Bock wird durch einem im Wasser getränkten Wattebausch gereinigt.

Wird der Käfig regelmäßig gereinigt ist auch keine Geruchsbelästigung zu befürchten; und
das Meerschweinchen fühlt sich durch die Pflege rundum wohl.

Krankheit

Normalerweise werden Meerschweinchen recht selten krank.
Die meisten Erkrankungen sind durch artgerechte Haltung und Fütterung zu vermeiden. Wer sich täglich mit seinen Meeris beschäftigt, wird sehr schnell ein anderes Verhalten des Tieres
feststellen. Rudeltiere - die ja in einer festgelegten Rangordnung leben - zeigen erst sehr spät, dass sie erkrankt sind.
Sie werden sofort aus dem Rudel ausgeschlossen. Es dient dem Schutz des Bestandes. Es könnte sich um eine ansteckende Erkrankung handeln und somit wäre das ganze Rudel gefährdet.
Somit zeigen die Meerschweinchen erst im fortgeschrittenem Stadium ihrer Erkrankung ein auffälliges Verhalten.
Daher sollte der Besitzer sehr wachsam sein, um eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes zu erkennen, dies könnte unter anderem sein:
struppiges Fell, Durchfall, Bewegungsunlust, Krämpfe, röchelnde Atmung, Husten, Niesen, Schnupfen, verklebte Nase, Augenentzündung, Haarausfall, Verkrustungen und Verschorfungen am Körper, Nahrungsverweigerung und Abmagerung.
Daher wiege ich regelmäßig meine Meeris, umso schneller erkennen zu können, wenn eine Nahrungsaufnahme vermieden wird.
Bei einer Körpertemperatur über 39,5°C liegt möglicherweise eine Infektionskrankheit vor.

Ich möchte in meinem Bericht nicht auf alle Erkrankungen des Tieres eingehen.

Leider kommt aber Parasitenbefall häufiger vor.
Dies kann durch das Heu eingeschleppt worden sein oder auch, wenn sich die Meeris sehr

gestresst fühlen.
Mit den Augen, sind einige Parasiten nicht auszumachen.
Die meisten leben unter der Haut, diese sind auch die gefährlicheren und können bei Nichtbehandlung auch zum Tode führen.
Manchmal sind äußerlich kaum Kratzspuren oder Verschorfungen sichtbar. Das Meerschweinchen zeigt es durch sein Verhalten. Es möchte nicht mehr angefasst werden und versucht den Händen zu entkommen.
Die meisten Tierarzte setzen dann Ivomec ein, welches auch gute Heilung verspricht.

Eine eindeutige Diagnose kann nur der Tierarzt stellen.
Deshalb mein Rat an alle Meerschweinchenbesitzer:
"Lieber einmal umsonst zum Tierarzt gegangen, als sich hinterher Vorwürfe machen zu müssen"!
Je eher die Behandlung beginnt, desto mehr besteht die Aussicht auf Erfolg und ein langes glückliches

> > M E E R S C H W E I N C H E N L E B E N << !

Die Zucht

Unter Zucht versteht der Meerschweinchenzüchter den geforderten Rassestandard von einzelnen Vereinen so Nahe wie möglich zu kommen.
Der Züchter hat das Bedürfnis immer eine Verbesserung der Meerschweinrassen zu erzielen.
Mögen es die größeren Ohren oder Augen sein, die Schulterpartie kräftiger, die Farbe intensiver.
So richtig zufrieden ist der Züchter mit seinem Meeri-Nachwuchs selten.

Einige Züchter gehen deshalb häufig auf Ausstellungen und lassen ihre Tiere, durch einen

geschulten Richter, bewerten.

Die Rasseverbesserung und nicht die Vermehrung sollte das Ziel einer verantwortungsvollen

Zucht sein!


Die Liebe zu den gezüchteten Meeris sollte aber - auch bei "kleinen Schönheitsfehlern" - nicht in
Vergessenheit geraten.
Auch sie haben ein Anrecht auf artgerechte Haltung!

www.cremafinos.de

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